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Nach 20 Jahren ist das Musikspektakel wieder live zu erleben
Als «The Wall» im Jahr 1979 auf den Markt kam, waren sich Kritiker und Publikum einig: Pink Floyd, damals unter der Ägide von Bassist und Sänger Roger Waters, hatten ihr Meisterwerk geschaffen. Und der Erfolg sprach für sich. Das begehrte Doppelalbum erzählt die Geschichte von Pink, einem jungen Mann, der aufgrund der Überbehütung durch seine Mutter, der Abwesenheit seines im Krieg gefallenen Vaters und der Grausamkeit der Lehrer in seiner Kindheit eine imaginäre Mauer um sich errichtet, die ihn vor äusseren emotionalen Einflüssen schützen soll. Abgeschirmt von sozialen Kontakten, verzweifelt der junge Mann an seiner Existenz und versucht daher, die Mauer zu durchbrechen, indem er eine Prostituierte engagiert, die ihn in die Liebe einführen soll. Doch, als er merkt, dass er unfähig ist, seine eigene Mauer niederzureissen, verabschiedet der Protagonist von der für ihn grausamen Welt. Anstatt sich umzubringen, wird er zum Mitläufer der Gesellschaft und zu einem faschistischen Aufwiegler. Da er am Ende nicht imstande ist, seine Emotionen voll und ganz zu unterdrücken, klagt er sich selbst des Vergehens, Gefühle gezeigt zu haben, vor einem imaginären Gericht an, das ihn schliesslich verurteilt: Zur Strafe wird die Mauer eingerissen.
Die Thematik um diese Geschichte wurde in der internationalen Musikpresse vielfach behandelt. Das komplexe Geschehen und der provokative und politische Inhalt beschäftigte Kritiker, Musiker und MusikliebhaberInnen rund um die Welt. Zum 30. Jubiläum dieses Konzertspektakels, das in den Jahren 1980 und 1981 aufgrund der aufwändigen und sehr teuren Bühnenshow nur in den Städten New York, Los Angeles, London und Dortmund aufgeführt wurde, hat sich Roger Waters in diesem Jahr entschieden, das Meisterwerk nochmals in mehreren Ländern aufzuführen. Bei einer Pressekonferenz erklärte er, dass er die Songs auch auf die aktuelle Lage der Welt anpassen kann, ohne dabei den Inhalt des Ursprungswerks zu vernachlässigen. Man erinnert sich hierbei auch an seine eigene Aufführung von «The Wall» im Jahr 1990, als die Berliner Mauer niedergerissen wurde. Roger Waters wird mit der verbesserten Projektionstechnologie gewisse Schwerpunkte noch deutlicher herausstreichen, als dies vor zehn bzw. zwanzig Jahren der Fall war. Eine «echte» Mauer, die rund 80 m breit und 12 m hoch ist, bildet das Kernelement der gigantischen Show, die sowohl in visueller wie auch in akustischer Hinsicht nichts zu wünschen übrig lässt. Die Tournee startet am 15. September 2010 in Toronto, Kanada und gastiert dann in Amerika. Danach kommt «Roger Waters The Wall Live» nach Europa: Das Schweizer Publikum kommt am Montag, 6. Juni 2011 (20 Uhr) im Zürcher Hallenstadion somit zum letzten Mal in den Genuss einer der genialsten und gigantischsten Rockshows, die jemals geschrieben und aufgeführt wurde.
Quelle: www.goodnews.ch
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